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In Memoriam

Jörg Riecke ist am 6. Mai 2019 nach kurzer, sehr schwerer Erkrankung viel zu früh und vollkommen unerwartet von uns gegangen. Wir betrauern nicht nur einen lieben Kollegen und wissenschaftlichen Weggefährten, sondern auch Freund, der es jedem, der ihn kannte, schwer gemacht hat, nicht einen solchen in ihm zu sehen.

Jörg Riecke hat unsere Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte mitgegründet und ihre Geschicke als Vorstandsmitglied bis heute wesentlich mitbestimmt. Nicht nur als Mitherausgeber unserer Reihe „Lingua Historica Germanica“ trug er zur Sichtbarkeit der germanistischen Sprachgeschichte in unserem Fach in erheblichem Maße bei, sondern vor allem auch durch seine viel beachteten und zahlreichen Publikationen. Obwohl Jörg Riecke ein ausgewiesener Experte des Althochdeutschen war, ist sein umfangreiches wissenschaftliches Œuvre gekennzeichnet durch seinen ausgeprägten Willen, ausgetretene sprachhistorische Pfade zu vermeiden und sich auch in der linguistischen Gemeinde wenig beachteten, aber dennoch bedeutenden Untersuchungsgegenständen zuzuwenden.

Begonnen hat Jörg Riecke als „klassischer“ Sprachwissenschaftler und Sprachhistoriker: In seiner Dissertation befasste er sich lexikographisch-dokumentierend und sprachvergleichend-analytisch mit den althochdeutschen jan-Verben (1996). In seiner Gießener Zeit forschte er auf dem Gebiet der regionalen Toponomastik, erweiterte sein Forschungsgebiet auf Aspekte des Sprachkontakts, insbesondere in Osteuropa. Seine voluminöse zweibändige Habilitationsschrift über die althochdeutsche Sprache der Medizin (2004) darf als Meilenstein der historischen Fachsprachenforschung gelten. In weiteren Publikationen wandte er sich der jüngeren Sprachgeschichte und der Wissenschaftsgeschichte zu. Für ein breiteres Publikum überarbeitete er das Duden Herkunftswörterbuch (2014). Wie ein roter Faden durchzieht die Verknüpfung von Sprachgeschichte und Kulturgeschichte fast sein gesamtes wissenschaftliches Werk. Diesen integrativen Ansatz verfolgt er auch in seiner „Geschichte der deutschen Sprache“ (2016).

Sprachlos und fassungslos und in Gedanken an seine Familie bleibt uns in dieser Stunde nur, ihm für all sein Tun zu danken und sein Andenken in Ehren zu halten.

Danke, Jörg, dass Du Dich in unserem Kreise aufgehoben gefühlt hast und wir Dich viele Jahre begleiten durften. Dein Wirken bleibt uns unvergessen – wir werden Dich vermissen.

Im Namen der Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte

Hans Ulrich Schmid & Arne Ziegler

 

Nächste Jahrestagungen

Historische Text- und Diskurssemantik
vom 26. bis 28. September 2019 in Vechta

Historische Schrift- und Schriftlichkeitsforschung
vom 24. bis 26. September 2020 in Regensburg

Sprachgeschichte und Bildung
vom 23. bis 25. September 2021 in Innsbruck

 

Peter von Polenz-Preis

Die GGSG hat zum vierten Mal den Förderpreis für die beste Dissertation auf dem Gebiet der germanistischen Sprachgeschichte ausgeschrieben. Nach Bewertung der eingereichten Vorschläge durch eine Fachjury wird der Peter von Polenz-Preis im Rahmen der Jahrestagung der GGSG vom 26. bis 28. September 2019 in Vechta vergeben.

 

Aktuelle Veröffentlichungen

Die Bände der unter dem Dach der GGSG herausgegebenen Reihe Linguistica Historica Germanica können von den Mitgliedern der GGSG mit einer Kaufpreisermäßigung von 50 % erworben werden. Die Mitgliedschaft in der GGSG schließt ab 2018 das Jahrbuch der GGSG ein; es muss nicht separat bestellt werden. Ältere Jahrgänge des Jahrbuchs werden für Mitglieder der Gesellschaft ebenfalls vergünstigt angeboten.